Der vergessene Treibstoff
Seit Jahrzehnten wird uns gesagt, dass Fett der Feind sei. Wir hatten Angst vor Cholesterin, verstopften Arterien und Fettleibigkeit. Und die ganze Zeit über wurden wir mit Zucker und „gesunden“ Cerealien satt. Schauen Sie sich das Ergebnis an: Wir waren noch nie so krank, so müde, so entzündet. Mit 43 beschloss ich, nicht mehr auf Dogmen zu hören, sondern stattdessen auf die Realität zu blicken. Und die Realität ist, dass Fett der ursprüngliche Treibstoff des Menschen ist.
Interessanterweise ist Fett auf meinem Grill heilig. Er ist es, der das Fleisch schützt, er ist es, der ihm den Geschmack verleiht, er ist es, der es nährt. Wenn ich ein schönes Steak mit seinem weißen Fett sehe, sehe ich keine Gefahr, sondern eine Reserve sauberer Energie. Das Verbrennen von Fett ist wie das Verbrennen von trockenem Holz: Es heizt lange, produziert wenig Asche und ist stabil. Das Verbrennen von Zucker ist wie das Verbrennen von Zeitungspapier: Es entstehen große Flammen, die aber sofort wieder ausgehen und überall Staub hinterlassen.
Stoffwechselanpassung
Der Übergang von Zucker zu Fett erfordert einen Übergang. Der Körper muss neue Fabriken – Mitochondrien – bilden, um diesen neuen Brennstoff zu verarbeiten. Dies nennt man Anpassung. Am Anfang fühlen Sie sich vielleicht etwas platt, das ist normal. Es ist Rückzug. Doch sobald die Maschine in Gang kommt, ist es eine Offenbarung. Wir entdecken eine Energieautonomie, die wir nie vermutet hätten. Wir sind nicht mehr auf die nächste Mahlzeit angewiesen. Wir haben unsere eigenen Reserven und wissen endlich, wie wir sie nutzen können.
Darüber hinaus geschieht die Magie. Das Gehirn liebt Ketone, diese aus Fett hergestellten Moleküle. Geistige Klarheit stellt sich sofort ein. Kein Nebel mehr, keine mit Hunger verbundene Reizbarkeit mehr. Wir werden ruhiger, gelassener. Es ist ein Gefühl stiller Kraft, die von innen kommt. Wir jagen der Energie nicht mehr hinterher, wir verkörpern sie. Es ist der Unterschied zwischen einem Feuer im Stroh und einem Bett aus brennender Glut.
Fett als Beschützer
Fett nährt nicht nur, es schützt auch. Es ist wichtig für unsere Hormone, für unsere Zellmembranen und für die Aufnahme von Vitaminen. Indem wir es entfernt haben, haben wir uns selbst geschwächt. Indem wir es wieder integrieren, bauen wir uns selbst wieder auf. Ich wähle tierische Fette – Talg, Schmalz, Butter – oder stabile pflanzliche Fette wie Oliven- oder Kokosöl. Ich meide industrielle Pflanzenöle wie die Pest, diese Entzündungsgifte, die im menschlichen Körper keinen Platz haben.
Wenn Sie Fett essen, haben Sie keine Angst mehr vor Hunger. Hunger verändert seine Natur. Es ist kein schmerzhafter Biss mehr, sondern nur noch ein diskretes Signal. Du kannst warten. Du kannst fasten. Du bist frei. Es ist diese Freiheit, die ich suche, auf meinem Grill und in meinem Leben. Ich bin nicht mehr den Schwankungen meines Blutzuckers ausgeliefert. Sei der Herr meines eigenen Stoffwechsels. Das ist wahre Souveränität.
Die Dichte des Geschmacks
Fett ist Geschmack. Ohne Fett ist das Essen langweilig, es ist trocken, es bedarf chemischer Tricks, um erträglich zu sein. Mit Fett wird alles reichhaltig, tiefgründig und sättigend. Ein einfaches Stück Fleisch wird zu einem Festmahl. Wir brauchen keine komplizierten Saucen oder übermäßig viele Gewürze mehr. Das Produkt spricht für sich. Es ist eine Lektion in kulinarischer Ästhetik: Schönheit entsteht durch Struktur, nicht durch Ornament.
Auf diese Weise ist die Rehabilitierung von Fett letztendlich eine Rehabilitierung unserer eigenen Natur. Es bedeutet zu akzeptieren, dass wir Raubtiere sind, Wesen, die auf Dichte und Ausdauer ausgelegt sind. Der Grill erinnert uns jeden Tag daran. Die Flamme tanzt auf dem Fett, sie sublimiert es, sie nährt uns. Es ist ein ewiger Kreislauf, eine einfache Wahrheit, die ich mit jedem Teller, den ich serviere, zu vermitteln versuche. Iss Fett, lebe stark.